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selbstbestimmte FREiHEiT

Freitagnachmittag. Ich fahre mit dem Fahrrad zu Erbil’s, um mich mit Joachim zu treffen. Zum Glück Sonne. Die Strecke an der Isar entlang traumhaft. Erfrischt angekommen. Dann passiert’s.
Totale Themaverfehlung. Ich bin überwältigt. Entzückt von dem kleinen Papierschächtelchen links an der Eingangstür mit den handgefertigten Kranichen in Miniaturausführung. Grün, türkis, lila, rosa, braun, rot, orange, gelb. Sofort bin ich magnetisch angezogen. „Nimm dir, was du brauchst“ steht dort als Überschrift. Jede Farbe eine eigene Bedeutung. Ich stehe unterm Weihnachtsbaum. Geduld. Freiheit. Hoffnung. Frieden. Mitgefühl. Liebe. Mut. Stärke. Doch bevor ich mich tatsächlich selbst bedienen kann, drückt mir Joachim zielsicher den blauen Kranich in die Hand! „Der ist für dich: FREiHEiT!!“ Freiheit??? Nachdem ich ihn mit Falten auf der Stirn fragte, warum nicht LiEBE oder vielleicht GEDULD, da ich versuche, noch gelassener und vertrauensvoller den Dingen im Leben gegenüber zu stehen und Liebe will doch jeder, ging auch schon die Diskussion los! Die veganen Döner, das türkische Gemüse, sogar die süßen Baklava blieben links liegen. „Was meinst du jetzt mit Freiheit? Ich meine, was bedeutet denn für dich Freiheit?“ Das Wort ist ja schon so ausgelutscht, dass ich eigentlich fest davon überzeugt war, auf überhaupt gar keinen Fall über Freiheit zu bloggen!

Doch! Denn wie spannend! Da hat man noch alte Lieder im Kopf, dass die Freiheit über den Wolken wohl grenzenlos sein muss und dann kommt Joachim mir mit „selbstbestimmter Freiheit“! Aha. Neue Wortschöpfung. Gar nicht uninteressant. Freiheit hat also nichts mit über den Wolken zu tun. Ganz im Gegenteil. Da gehe ich eher mit dem Titel „Frei sein, wo immer du bist“* in Resonanz. Doch ist das auch, was Joachim mit „selbstbestimmter Freiheit“ meint??? Ich finde das Wort einfach gut. Deshalb teile ich mein little Friday afternoon Satsang, das ich mit Joachim im Erbil’s hatte, auf Laura.World und allen Herzen, die sich inspirieren lassen wollen. Das Wort Freiheit ist einfach so groß, so grenzenlos, dass es aus unendlich vielen Blickwinkeln analysiert und nur annähernd erfasst werden kann. Zuerst meinte Joachim ganz plausibel, „Freiheit ist Freizeit“! Nee, also das ist mir jetzt so seicht. Zu simpel. Zu einfach zu wenig. Dann schiebt er hinterher, „naja das bedeutet frei atmen zu können. Frei sein ist ein Gefühl!“ Es platze aus mir raus, „Freiheit ist, die Wahl zu haben!“ Ich muss nicht. Ich kann! Wenn ich will, was ich nicht muss, sondern darf!“ Jetzt kommen wir zu dem neuen Begriff „selbstbestimmte Freiheit“! Sind denn die Unfreien wirklich die, die eingesperrt hinter schweren Eisenschlössern, Beton und Stacheldraht sitzen? Oder womöglich die, die in ihrem eigenen Gefängnis gefangen sind? Jenes, das wir uns selbst gebaut haben. Und die dicken Steinmauern sind aus den verkrusteten Erziehungssprüchen unserer Eltern, Glaubenssätzen aus der Gesellschaft, Druck und Erwartungen aus dem Umkreis und dann noch dem hohen Anspruch an sich selbst. Wer will denn am Ende des Tages schon der Loser sein? Das heißt, jetzt geht’s ans Eingemacht! Bin ich also nicht frei, weil ich es selbst so bestimme? Ich entscheide mich, frei zu sein! Nein besser, ich erlaube es mir! Übernehme die Verantwortung! Ohne Ausreden, „es geht nicht, weil…“, „das wäre zu schön, um wahr zu sein!“,“der Zug ist bei mir abgefahren“, „eben mein Schicksal“, „alles zu kompliziert, zu mühsam, ich habe keine Zeit, ich habe niemanden, der mir hilft…“! Was auch immer, SCHLUSS DAMiT! Wählen wir die „selbstbestimmte Freiheit“ und lassen viele, kleine Wunder passierten! Übertreffen wir uns selbst und allen beschränkten Annahmen, die wir bisher hatten! Alles ist möglich! Ist es? Lassen wir uns überraschen!

Nach drei Stunden humorvollem Philosophieren, machte ich mich wieder auf die Reise. Ich war sprachlos, als ich beim Rausgehen an der Tür dem bombastic Boabab Andreas*** in die Arme lief und Joachim im Scherz sagte, „komm Andi, was passt zur Laura, such mal einen Kranich für sie aus!“ Ohne zu zögern griff seine Hand nach….FREiHEiT!

 

Joachim*** falte alle Kraniche selbst. Der Schreibfehler auf der Box ist übrigens noch keinem auf

den ersten Blick aufgefallen! Wir sind halt doch intelligenter als wir wissen. 7schü33!

* „Frei sein, wo immer du bist“ Thich Nhat Hanh.

** Andreas Triebel: www.baobab.org

*** Joachim Schoder: www.erbils.de

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laura schneider
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