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LiEBE & Bhakti

Nasse Tage. Gelegentlich ein paar Sonnenstunden. Einstellige Temperaturen. Bunte Blätter auf den Straßen. Kürbisse hier & dort. Wer wird denn gleich an Auswandern denken? Es ist Herbst! Dramatische Stürme. Leuchtende Farben. Erntezeit! Und ganz viel Liebe in der Luft. Wir ziehen uns zurück und heizen ein. Rücken näher. Teilen Geschichten und Bettdecken. Wer kann, der gibt. Wer gibt, der hat. Wer hat ist reich und reich bist du! Ich schreibe über Liebe. Wenn man darüber überhaupt schreiben kann. Liebe ist ein gewaltiges Mysterium und ich habe das Gefühl, sobald ich versuche, es in Worte zu packen, minimiere ich es gnadenlos und werde der Liebe einfach nicht gerecht. Trotzdem lasse ich die Tinte nicht im Fass. Ich zücke die Feder. Über Liebe wurde schon so viel gesungen, gefilmt, auf Bühnen gespielt, geredet und getextet, ich wage es nun auch. Die letzten Tage hat uns AMMA* in München besucht und das gab mir den Anlass, meinen nächsten Blog über LiEBE zu verfassen. Mit so einigen Leuten, Interessierten, Anhängern, Skeptikern und auch Freunden, habe ich über Ammas Berufung und Ritual Darshans zu geben, diskutiert. Ja, es ist so! Und irgendwie ein Phänomen. Diese unscheinbare indische Frau, Anfang 60, soll schon fast die ganze Welt umarmt haben. Über Stunden, Tag für Tag bis in die Nacht sind ihre Arme offen für alle. Mehrere Tausende strömen zu Amma, reisen mit ihr oder hinter ihr her und ziehen Tickets mit Nummern, wie auf dem Arbeitsamt, um an ihrer tröstenden, mütterlichen Brust ein paar Sekunden zu tanken. Atmen zu können. Einen Moment lang unendliche, bedingungslose Liebe zu empfinden. Loszulassen. Aufzuhören zu kämpfen, zu gefallen oder etwas zu beweisen. Amma kennt dich nicht. Erkundigt sich nicht nach deinem Schulabschluss oder, ob du jemals über eine rote Ampel gegangen bist. Amma stellt keine Fragen. Amma liebt dich. Weil sie Amma ist. Mata Amritanandamayi. Wir müssen nichts tun, um geliebt zu werden? Das klingt zu einfach und gleichzeitig wäre es doch eine soooo grooooße Erleichterung, oder? Ich bin. Und werde geliebt. Genauso Dieter Gurkasch*, mittlerweile Yogalehrer und Autor, der als Mörder ein Vierteljahrhundert hinter Gittern verbracht hat und sich jetzt selbst „Botschafter der Liebe“ nennt, hat es mir in den Interviews mehrmals bestätigt. Seine Botschaft an uns ist: „Du wirst geliebt“! Ja, er muss es wissen. Ja, seine Aussage hat Tiefe. Und sein Leben scheint widersprüchlich. Die gefeierte Popsängerin NENA haucht „Liebe ist“! Aha. Und weiter in der Strophe „Liebe will nicht! Liebe soll nicht!“. Nach der hawaiianischen HUNA-Lehre ist Liebe die größte und stärkste Kraft, ja eigentlich Macht. Und das passt in diesem Zusammenhang wunderbar zusammen. Liebe als Macht. Und Liebe als Heiler. Schön finde ich auch den Titel des Buches „Freiheit ist ein Kind der Liebe“ von Gerald Hüther, das bei mir im Wohnzimmer thront. Er schreibt zum Beispiel „Freiheit und Liebe sind Begriffe, die Menschen benutzen, um etwas zu beschreiben, was sich nicht so leicht fassen, geschweige denn mit einem Anspruch auf Allgemeingültigkeit objektivieren lässt.“ Kompliziert. Einfacher dafür vielleicht aus meinem Buch daneben „Verliebt in das Leben“ von Osho folgendes Zitat: „Zarathustra hat eine ungeheure Liebe zum Leben und zu allem, was das Leben mit sich bringt. […] Liebe ohne Eifersucht. Liebe ohne Ergeiz.“ Herrlich einfach, nicht wahr? „Liebe radikal“ würde Veit Lindau* womöglich jetzt hinzufügen. Ach ja diese Liebe! Liebe ist für mich die Nahrung allen Seins. Liebe ist Leben. Ohne Liebe kein Leben. Der Kern. Unsere Essenz. „Ich liebe, also bin ich“ die Lektüre von Christina Kessler, die ich allerdings nur vom Titel her kenne – AMO ERGO SUM! Dieter ist sich außerdem sicher, dass das Gegenteil von Liebe nicht Hass ist, sondern Angst. Und Wut eine verkappte Form der Liebe ist. Also ALLES ist Liebe. Schauen wir uns um. Es besteht ein großes Bedürfnis und Hunger nach Liebe. Liebe, die gestillt werden will, wie an Ammas Busen. Sehen wir es doch einfach ein. Liebe, Liebe, Liebe. Sonst vertrocknen wir, wie mein Mandarinenbäumchen unterm Küchenfenster, das ich unachtsam vergesse zu gießen. Danke Amma, dass du das machst, was du machst. Du fütterst die Welt kostenlos mit Liebe. Dein Erfolg spricht für dich. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Ja eigentlich wollte ich auch noch über Bhakti schreiben. Weil ich doch am 9. Oktober auf der Bhakti Conference in München war und unter anderem Radhanath Swami, den weltberühmten Bhakti Yogi interviewt habe. Denn was um Himmels Willen ist jetzt „Bhakti“ noch mal? Auch so eine verschnörkelte Form von Liebe? Mich darauf einzulassen allerdings, würde den Rahmen für diesen Blog komplett sprengen. Dazu empfehle ich mein Video, das ich dort gedreht habe, in dem Gabriela Bozic, Helga Baumgartner, Caitanya Rasa Dasa und weitere helle Köpfe die Frage um „Bhakti“ beantworten. Seid gespannt. Coming soon. Hier auf Laura.World. <3
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Comments (1)

  • oliver döbner sagt:

    wie schön und wie wahr! danke Laura :-)

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